„Kreisliga A ist Pflicht, mehr wäre Kür“  -  So steht es in der Chronik des SV Rahrbachtal, die zum 75-jährigen Jubiläum des Vereins 1998 entstand.

Im Sommer 2015  wurde der erste Teil dieses Satzes wieder mit Leben erfüllt. Nach sechs Jahren stieg der SV Rahrbachtal wieder in die Kreisliga A auf. Und nicht nur das: Zum ersten Mal überhaupt spielt der SV Rahrbachtal in der eingleisigen Kreisliga A Olpe, die 2008 ins Leben gerufen wurde und 2009 an den Start ging.

Seit seiner Gründung gab es viele sportliche Höhen und Tiefen, die das Aushängeschild des Vereins, seine 1. Mannschaft,  durchleben musste.

Doch der Reihe nach: Die Geburtsstunde des SV Rahrbachtal schlug am 21. April 1989. Da stimmten die Mitglieder der SpVg Rahrbach 1923 e.V. und des FC Welschen Ennest e.V., der 1981 gegründet wurde, in einer Versammlung im Haus Höfer in Welschen Ennest der Fusion der beiden Vereine zum SV Rahrbachtal zu. Zum ersten Vorsitzenden wurde Hans Vöcking, vorher Vorsitzender des FC Welschen Ennest, gewählt.

Zunächst ließ der Erfolg der auf sich warten. Nachdem die SpVg Rahrbach 1989 aus der Kreisliga A2 abgestiegen war, ging es ein Jahr später, nun als SV Rahrbachtal, noch eine Liga runter: Kreisliga C. damals die unterste Liga im Kreis Olpe.

Jetzt wurden alle Kräfte mobilisiert. Und das hatte Erfolg. Unter dem Trainer-Trio Stephan Nies, Peter Michel und Stephan Ochsenfeld gelang der sofortige Wiederaufstieg in die Kreisliga B. Und nur ein Jahr später schaffte der SV Rahrbachtal unter seinem neuen Trainer Uli Grebe als Vizemeister der Kreisliga B2 den Durchmarsch in die Kreisliga A. Im gleichen Jahr, 1992, löste Stephan Ochsenfeld Hans Vöcking als Vorsitzenden ab.

Bis 2009, also 17 Jahre lang, blieb der SV Rahrbachtal in der Kreisliga A. In der Saison 2008/09 gelang es dem Verein jedoch nicht, sich für die eingleisige Kreisliga A zu qualifizieren. Also ging es in der eingleisigen Kreisliga B weiter.

Es kam leider noch dicker: 2011 stieg der SV Rahrbachtal in die Kreisliga C1 ab. Doch ähnlich wie Anfang der 90er Jahre gelang es, dem Verein, sportlich wieder auf die Beine zu kommen.

Im Herbst 2011 gelang es dem zurückgekehrten Vorsitzenden Stephan Ochsenfeld und dem sportlichen Leiter Helmut Weiskirch, den ehemaligen Oberliga-Spieler von RW Lennestadt, Franz Vetter, als Trainer zu gewinnen. Das sollte sich als Volltreffer erweisen.

Franz Vetter gelang mit der jungen Mannschaft in seiner Premieren-Saison 2012/13 der Aufstieg in die Kreisliga B. 2013/14 wurde der Aufsteiger Vizemeister und verpasste nur knapp,  durch eine 0:1-Niederlage nach Verlängerung im Relegationsspiel gegen den punktgleichen FC Lennestadt II vor 700 Zuschauern in Brachthausen, den Aufstieg in die Kreisliga A.

Das war damals bereits der zweite knapp missglückte Aufstiegsversuch. Denn zehn Tage vorher standen sich die beiden Mannschaften bereits im vorletzten Punktspiel vor 500 Zuschauern im Sportpark Rahrbachtal gegenüber. Bis sieben Minuten vor Schluss führte die Vetter-Elf mit 2:1. Damit wäre der Aufstieg perfekt gewesen. Aber am Schluss musste der SV Rahrbachtal eine bitter 2:4-Niederlage einstecken und der FC Lennestadt zog nach Punkten gleich. So kam es am Ende der Saison zu dem bereits erwähnten Relegationsspiel in Brachthausen mit negativem Ausgang. Beide Spiele bleiben unvergessen!

Von den beiden Nackenschlägen ließen sich Franz Vetter und seine Spieler nicht beirren. Sie starteten einen neuen Anlauf, in die Kreisliga A aufzusteigen. Und der Anlauf gelang. Was im Juni 2014 knapp misslang, wurde im Juni 2015 nachgeholt: Als Vizemeister stieg der SV Rahrbachtal in die Kreisliga A auf. Nach dem 3:2-Sieg am letzten Spieltag, am 7. Juni, beim TSV Saalhausen war der Aufstieg ins eingleisige Oberhaus des Fußballs im Kreis Olpe perfekt. Der Jubel kannte keine Grenzen und der große Erfolg wurde natürlich gebührend gefeiert.

Und es ging so weiter. Ende Juli setzte der SV Rahrbachtal noch einen drauf und gewann durch einen Sieg im Elfmeterschießen über die SG Albaum/Heinsberg in Brachthausen zum ersten Mal nach 14 Jahren (damals auch in Brachthausen im Elfmeterschießen gegen den FC Kirchhundem) wieder den Gemeindepokal.

Der Aufstieg und der Gemeindepokalsieg der 1. Mannschaft waren nicht der einzige Erfolge des SV Rahrbachtal im Jahr 2015. So wurde die C-Jugend Meister und auch die Damenmannschaft der SG Lütringhausen/Kleusheim/Rahrbachtal gewann den Meistertitel.

In der Saison 2015/16 startet der SV Rahrbachtal mit seinen beiden Seniorenmannschaften in der Kreisliga A und D2. Titelverteidiger SG Lütringhausen/Kleusheim/Rahrbachtal kickt weiter in der Frauen-Kreisliga Olpe, da eine SG erst nach drei Jahren aufsteigen darf. Die Spielgemeinschaft besteht aber erst seit zwei Jahren. Dazu gibt es im Jugendbereich eine Spielgemeinschaft mit dem SV Brachthausen von den B-Junioren bis zu den G-Junioren (Minikicker). Die Mädchen spielen in der SG LOK/Rahrbachtal, einer Spielgemeinschaft mit GW Lütringhausen, BW Overveischede und Eintracht Kleusheim.

Neben den sportlichen Höhe- und leider auch Tiefpunkten - in den vergangenen 26 Jahren war auch der Bau des Clubheims (1995/96) und die Errichtung des Kunstrasenplatzes am Löh  einschneidende Ereignisse in der Vereinsgeschichte des SV Rahrbachtal. Am 20. August  2006 wurde der neue „Sportpark Rahrbachtal“ feierlich eingeweiht. Das erste Meisterschaftsspiel der 1. Mannschaft auf dem neuen Kunstrasenplatz ging an diesem Sonntag übrigens mit 0:5 gegen den FSV Helden, der 2015 als Meister der Kreisliga B zusammen mit dem SV Rahrbachtal wieder in die Kreisliga A aufstieg, verloren.

 


 

Chronik seit 1989

Vorsitzende SV Rahrbachtal

1989 - 1992 Hans Vöcking

1992 - 1999 Stephan Ochsenfeld

1999 - 2008 Holger Ochsenfeld

2008 -  2011 Thomas Will

Seit 2011       Stephan Ochsenfeld


Trainer 1. Mannschaft

1989 – 1990 Gerd Pietschmann (1988-89 Trainer SpVg Rahrbach)

1990 – 1991 Stephan Nies, Peter Michel, Stephan Ochsenfeld

1991 – 1992 Uli Grebe

1992 – 1993 Hilmar Rummel

1993 – 1997 Edgar Plassmann

1997 – 2000 Uli Grebe

2000 – 2001 Peter Niklas

2001 – 2003 Alois Quast

2003 – 2006 Jochen Schmitt

2006 – 2007 Friedhelm „Spiry“ Vormweg

2007 -  2008 Martin Blumka

2008 – 2012 Michael Burghaus

Seit 2012     Franz Vetter


Entwicklung im Überblick

1990 Abstieg in die Kreisliga C

1991 Aufstieg in die Kreisliga B

1992 Vizemeister und Aufstieg in die Kreisliga A

1995/96 Bau des Clubheims

2006 Errichtung des Kunstrasenplatzes

2009 Eingleisige Kreisliga B (durch Nicht-Qualifikation für die Kreisliga A).

2011 Abstieg in die Kreisliga C1

2013 Aufstieg in die Kreisliga B

2014 Vizemeister (Aufstieg in Relegationsspiel verpasst)

2015 Vizemeister und Aufstieg in die Kreisliga A