Burbach. Man stelle sich vor, der FC Basel kickt im DFB-Pokal mit, zieht ins Finale ein und ärgert dort die Bayern bis zur letzten Minute. Eine ähnliche Konstellation gab es jetzt im Mädchenfußball. Bei der Hallen-Kreismeisterschaft der B-Juniorinnen im Siegerland spielte die JSG Rahrbachtal-Lütringhausen/Oberveischede/Kleusheim als Gast-Team außer Konkurrenz mit, schaffte es ins Endspiel und war drauf und dran, den turmhohen Favoriten Fortuna Freudenberg ins Neunmeterschießen zu zwingen. Die Fortuna spielt in der Westfalenliga, Rahrbachtal/LOK in der Kreisliga – und doch hatte das OE-Team nach einem frühen 0:1-Rückstand drei klare Chancen zum Ausgleich.

Die Abschlüsse gerieten jedoch zu hektisch und landeten neben dem Tor, so dass die fußballerisch dominanten Freudenbergerinnen den Pokal mitnahmen.

„Freudenberg ist zurecht Sieger, spielerisch waren sie die beste Mannschaft“, war SVR/LOK-Trainer Stephan Ochsenfeld nicht lange traurig. Die Zahlen bestätigen seine Einschätzung, denn Freudenberg schoss in sechs Partien satte 32:0-Tore. Insofern ist eine knappe Finalniederlage achtbar. Ochsenfeld weiter: „Wir haben versucht, es ihnen so schwer wie möglich zu machen. Das ist uns gelungen.“

Qualifiziert für das Finale hatte sich seine Mannschaft durch eine Vorrunde ohne Gegentor: 0:0 gegen Sportfreunde Siegen, 3:0 gegen Ebenau/Diedenshausen, je 1:0 gegen den SV Schameder und den SV Setzen. Im Halbfinale gegen Niederschelden kam es nach einem 1:1 zum Neunmeterschießen, wo Torfrau Lena Mues aus Helden sämtliche Schüsse der Siegerländerinnen parierte.

Zu Gast bei der „HKM“ von Siegen-Wittgenstein war das Team von Rahrbachtal/LOK, weil es dies auch in der „normalen“ Punktspielsaison ist – aktuell mit Platz 3 (von 10) in der Kreisliga A. Im Kreis Olpe gibt es bekanntlich keine Juniorinnen-Liga mehr und der ebenfalls dünn besetzte Nachbarkreis freut sich über einen zusätzlichen Gegner in Grenznähe.

Durch die geringe Zahl von Mädchenteams ist das Rahrbachtaler Team eine Art „Kreisauswahl Süd“. Aus dem eigentlichen Rahrbachtal war in Burbach nur die Welschen-Ennesterin Helena Alff dabei. Desweiteren zählten Lena Mues (Helden), Alina Grammel (Neger), Elena Belke und Antonella Böhme (beide Olpe), Nele Löwenberger, Maren Remberg und Natalie Mikrjukov (alle Oberveischede) sowie Sophie Hütte (Rhode) zum Team. Stephan Ochsenfeld schmunzelt: „Das ist schon schön bunt.“